Andrea

 

Ich wurde 1984 als „gesundes“ Mädchen geboren.
Nach meiner Geburt entwickelte ich mich schnell zum Sorgenkind, da ich viel krank war. Das ging über unzählige Mittelohrentzündungen bis hin zur Lungentuberkulose. Musste insgesamt in den ersten 6 Jahren 10 mal operiert werden. Trotz meiner vielen Krankenhausaufenthalte in den ersten 6 Lebensjahren verlor ich aber nie das Lachen und war ein glückliches Kind.
Mit Schulbeginn verbesserte sich mein Gesundheitszustand und ich sah kaum noch ein Krankenhaus von innen.
Da ich die kleinste in der Klasse war wurde ich öfters mal ausgelacht, fand aber gute Freunde und meine Schulnoten waren ganz im Normbereich. Nur in Mathe hatte ich bei Geometrie große Schwierigkeiten, da mir das Räumlichevorstellungsvermögen fehlte.
Mit 14 Jahren wurde bei mir ein UTS- Mosaik festgestellt. Meine Brüste wuchsen wenig und deformierter, meine Periode bekam ich zwar aber so unregelmäßig, das mein Frauenarzt erstmals den Verdacht hatte, es könnte etwas nicht „stimmen“.
Nach der Diagnose ging es mir sehr schlecht, nicht weil es leider verpasst wurde mir  Wachstumshormone zu geben, sondern weil ich wohl nie Kinder bekommen könnte.
Ich lebte trotzdem wie jede andere Jugendliche auch, ging mit Freunden feiern, schwärmte von  diversen Jungs und eckte das ein oder andere mal wegen meines Musikgeschmacks oder den Ausgehzeiten bei meinen Eltern an. War auch kaum mehr krank, nur mit den Ohren hatte ich viel last. Mein Höhrvermögen auf dem linken Ohr ist leider auch gemildert. Wegen meiner Größe wurde ich öfters mal gehänselt, aber das macht mir nichts, da ich schon früh gelernt hatte damit umzugehen.
Während ich mein Fachabitur und im Anschluss eine Ausbildung machte, erkannte ich das es noch viele Wege gibt, ein Kind zu bekommen zum Beispiel durch Adoption oder Eizellenspende. Hatte aber immer die Hoffnung ein eigenes Kind zu bekommen, da festgestellt wurde das Eizellen vorhanden sind.
Wie das Thema Kinder bei mir und meinem Freund auf den Tisch kam machten wir uns natürlich viele Gedanken und zogen meinen Frauenarzt zu rate. Mit einer Hormonbehandlung schaffte ich es dann, nach 7 Monaten schwanger zu werden. Ein Glücksfall. Die Schwangerschaft war jedoch sehr riskant. Jetzt ist meine Tochter 8 Monate und freut sich bester Gesundheit.
Ich leben zurzeit mit meinem Freund, meiner Tochter und unseren Hund zusammen. Gehe wieder ein paar Stunden in meinen alten Job arbeiten. Ich helfe ehrenamtlich in einer Jugendgruppe, in der ich schon als Kind und Jugendliche war.  Und wenn Zeit für mich bleibt genieße ich Wellnesstage in der Sauna mit meiner besten Freundin oder Kinobesuche. Seid ca. 3 Jahren ziehe ich Spiele- oder DVDabende  mit Freunden, dem Partyleben vor.